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Verkauf einer Immobilie / Inanspruchnahme eines Maklers?
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Tourismus in der Region Riviera Côte dAzur / Kennzahlen
Verkauf einer Immobilie / Vorbereitung der Immobilie für den Verkauf

Dieses Kapitel könnte Thema eines eigenen ebooks sein. Es gibt sogar schon Berater, die sich auf dieses Thema professionell spezialisiert haben.



Ein großes Problem bei der Eigenvermarktung des eigenen Hauses / der eigenen Wohnung ist die große emotionale Verknüpfung zwischen dem Eigentümer / Verkäufer und dem zu verkaufenden „Objekt“ (das Haus / die Wohnung ist – und das ist das Gefährliche – für den Selbstverkäufer eben nicht das „Objekt“, sondern ein stark emotional besetztes Etwas). Dies führt nicht nur dazu, dass Eigentümer regelmäßig dazu neigen, den Wert Ihrer Immobilie nennenswert zu überschätzen, sondern auch dazu, dass man voller Stolz ein – hier werde ich ein wenig übertreiben – im gemütlichen oberbayerischen Stil eingerichtetes Haus, in dem man so viele gemeinsame Stunden mit Freunden verbracht hat, dem verblüfften Kaufaspiranten, einem modernen welterfahrenen Ehepaar aus London oder Paris nahe zubringen versucht. Wir sind uns nahezu sicher, dass Sie dem qualitätsvollsten Haus (Bauqualität / Lagequalität) auf diesem Wege die Chance nehmen in das Eigentum der Interessenten überzugehen.



Es gibt also hinreichend Anlass, darüber nachzudenken, WIE man das Verkaufsobjekt dem Kunden präsentiert:



Zwar können offenkundige Lagenachteile oder sichtbare bauliche Mängel durch eine gute / verkaufsfreundliche Präsentation des zu verkaufenden Gutes nicht oder nur sehr begrenzt überspielt werden, aber Lage- und Qualitätsvorteile werden – von Profis einmal abgesehen (die wenigsten Ihrer Kunden werden Profis sein!) – von Ihren Kunden gar nicht erst zur Kenntnis genommen, wenn eine inadäquate Präsentation im negativen Sinn alle Aufmerksamkeit des potentiellen Käufers bindet.



Das Schlimmste, was Sie anrichten können, um den Erfolg Ihrer Verkaufsbemühungen selbst zu sabotieren, ist vielleicht der oben geschilderte Fall der „oberbayerischen Einrichtung“ (ich bitte alle Freunde einer oberbayerischen Einrichtung um Vergebung und versichere, dass ich nur im Zusammenhang mit unserem Thema der verkaufsfördernden Präsentation insoweit meine kleinen Vorbehalte habe).



Das Zweitschlimmste ist sicherlich, eine unmöblierte Wohnung anzubieten. Hiermit wird regelmäßig das Vorstellungsvermögen potentieller Käufer überfordert. Manchmal wird dies nicht zu umgehen sein, aber dort, wo es Alternativen gibt, sollte man bedenken, diese zu wählen.



Was also sollten Sie bedenken und im Auge behalten, bevor Sie Ihr „Objekt“ (!) präsentieren? Hier einige Stichworte, die vielleicht nicht alle wortwörtlich umzusetzen sind, die aber doch die Richtung anzeigen:



- Wenn möglich, sollte die Immobilie eingerichtet präsentiert werden.



- Ein sonst ja u.U. sympathisches Chaos ist „tödlich“. Anzustreben ist peinlichste Ordnung. Ja, auch im Kinderzimmer! Auch wenn Sie sich den größten Krach mit Ihrem Sprössling einhandeln: Das Kinderzimmer sollte idealerweise aussehen, als käme es soeben aus einem Wohnprospekt. Und die einzige Zeitschrift, die im Wohnzimmer erlaubt ist, ist die, die Sie üblicherweise in Reportagen in Wohnzeitschriften auf dem Couch-Tisch sehen. Übertrieben? Keineswegs!



- Keller, Garage und Dachboden sollten unter ähnlichen Maßstäben betrachtet werden. Bitte bedenken Sie in diesem Zusammenhang, dass Sie bei Ihrem Auszug nach erfolgreichem Verkauf ohnehin gegebenenfalls den Sperrmüll bemühen müssen.



- Wenn Sie kein semiprofessioneller Gärtner sind (semiprofessionell sollte reichen! Aber darunter ist zu wenig!), bemühen Sie einen professionellen Gärtner (nicht den arbeitsuchenden, preiswerten Pernod-Freund aus dem Stammbistro!), um das Grundstück / den Garten auf Vordermann zu bringen! Und dies auch dann ( und besonders dann), wenn Sie ein Freund naturbelassener Grundstücke sind, denn schliesslich wollen Sie keine Lebensweise verkaufen, sondern Ihr „Objekt“ zu einem für Sie möglichst vorteilhaften Preis „an den Käufer bringen“.



- Die gleiche Behandlung sollten Sie sinngemäß gegebenenfalls Ihrem Schwimmbad gönnen.



- Die „Kleinigkeiten“, wie das Loch in der Terrasse oder im Zaun oder, oder... sollten vor der ersten Besichtigung durch Sie beseitigt werden. Auch dies ist ein Muß, denn diese „Kleinigkeiten“ ziehen, wie auch Risse im Putz o.ä., so unbedenklich sie technisch auch sein mögen, die Blicke potentieller Eigentümer geradezu magisch an und werden bei Preisverhandlungen richtig teuer. Lassen Sie es nicht dazu kommen.



- Die Frage, ob man vor dem Verkauf noch einmal durchgreifend renoviert oder dem Käufer die nahe liegende Möglichkeit gibt, dies nach seinem eigenen Geschmack zu tun, wird immer strittig bleiben. Vordergründig erscheint das Alternative 2 sinnvoller. Dies ist sie auch, wenn man eine eher volkswirtschaftliche Perspektive wählt. Wir glauben aber, dass die Preisreduktion, die man gerechterweise bei Wahl der Alternative 2 zugestehen muß, meist größer sein wird, als der Betrag, der bei Alternative 1 aufzuwenden wäre und outen uns insoweit grundsätzlich als Vertreter der Alternative 1. Aber, wie gesagt, diese Frage wird auch in Maklerkreisen unterschiedlich beschieden. Wenn man hinreichen Zeit hat, sollte man es nicht bei einer theoretischen Betrachtung bewenden lassen, sondern Angebot für eine Renovierung einholen und dann auf der Grundlage von kühlen Zahlen an dieses Thema herangehen.